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Für TSC-Spieler Mika Lipp beginnt eine neue Ära

vom 25.01.2018

Von Julia Sloboda - Allgemeine Zeitung Mainz

Mika Lipp muss sich nicht nur in einer neuen Schule beweisen. Für den Tennisspieler geht es in dieser Saison auch darum, sich im U16-jahrgang zu etablieren und noch öfter mit den Erwachsenen zu messen. Archivfoto: AZ/hbz/Stefan Sämmer

Donnerstag nach Mannheim, Samstag nach Hamburg. Die Fahrten, die Mika Lipp in der kommenden Woche vor sich hat, stehen stellvertretend für den neuen Lebensabschnitt, der für den Tennisspieler des TSC Mainz beginnt. Mit dem Start des zweiten Halbjahres wechselt der 14-Jährige die Schule. Künftig besucht der Neuntklässler das Kurpfalz-Gymnasium in Mannheim. Die Schule, für die sich im vergangenen Jahr auch Lipps Vereinskameradin Sinja Kraus entschieden hat, um sich noch mehr aufs Tennisspielen konzentrieren zu können. Anwesenheitspflicht besteht nur einmal die Woche, eine flexible Turnierplanung und der volle Fokus aufs Training auch am Vormittag sind dadurch möglich.

Ein bisschen aufgeregt sei er schon, gibt der 14-Jährige zu, der es unlängst auf Platz vier der deutschen U 16-Rangliste geschafft hat. Und das, obwohl er in der U 16 zum jüngeren Jahrgang gehört. „Mit so einer Platzierung habe ich nicht gerechnet“, sagt Lipp, der auf eine sehr erfolgreiche Saison 2017 zurückblickt. Bei den Mainz Open gewann er im Herrenfeld als jüngster Teilnehmer eine Runde, außerdem kam er auf internationaler Bühne zum Einsatz. „Es war ein ganz gutes Jahr“, bleibt der TSC-Spieler bescheiden.

Mit seinen Trainern Babak Momeni und Joel Rizzi hat Lipp viel an seiner Vorhand gearbeitet, außerdem die Technik seiner Rückhand ein wenig geändert. Auch beim Aufschlag und Volley – beides zuvor eher die Schwachstellen – ist er besser geworden, wie er erzählt. „Außerdem bin ich mittlerweile schneller.“

Das liegt auch daran, dass sich der 1,75 Meter große Lipp körperlich weiterentwickelt hat. Und deshalb steht auch dem nächsten Schritt auf der Karriereleiter nichts im Weg. In Hamburg nimmt er am Wochenende nach seinem Schulwechsel an einem ITF-Turnier teil. Es ist sein Erstes. „Klar ist das was besonderes“, sagt Lipp. ITF-Turniere würden sich erst ab einem bestimmten Alter lohnen. „Vorher hat man alleine körperlich keine Chance“, erklärt der 14-Jährige.

Es ist eines seiner Ziele für das Jahr 2018, vermehrt auf der ITF-Tour aufzuschlagen. Außerdem will Lipp noch mehr bei Erwachsenen-Turnieren mitspielen. „Sein Ziel muss es sein, sich Richtung ITF und Herrentennis zu orientieren“, sagt auch TSC-Cheftrainer Babak Momeni. Während Momeni die Top-Fünf der Rangliste als Ziel vorgibt, liebäugelt Lipp sogar mit den Top-Drei.

Und dann ist da ja noch die erste Herrenmannschaft des TSC. Lipp spielte bisher in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga. „Aber ich würde gerne in der Ersten spielen“, sagt er. Und fügt hinzu: „Oberliga wäre schon cool.“ Babak Momeni unterstützt dieses Vorhaben. „Er wird auf jeden Fall zum Einsatz kommen, vielleicht sogar durchgehend“, sagt er.

Was seinen Schulwechsel betrifft, macht sich das Talent keinen Druck. „Ich glaube schon, dass ich besser werde dadurch, aber bis zu einem halben Jahr wird es schon dauern.“ Auch Mutter Andrea – selbst sehr gespannt und aufgeregt, wie sie sagt – hält erstmal den Ball flach. „Man darf nicht erwarten, dass er jetzt explodiert, nur weil er auf diese Schule geht.“ Sie wünscht sich, dass ihr Sohn seine Unbeschwertheit beibehält.

Nach Gesprächen mit der Schule aber auch mit den Eltern von Sinja Kraus entschieden sich die Lipps zu diesem Schritt. „Es ist die einzige Möglichkeit, das zu professionalisieren“, sagt Andrea Lipp. Sie sieht den Schulwechsel als eine Art Weiche für ihren Sohn und eine Chance, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Eine Sache steht für sie jedoch fest: „Mika muss auf jeden Fall Abitur machen. Das ist Pflicht.“