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Herren 1: Der TSC Mainz hat Erfahrung mit Aufstiegsspielen

vom 01.08.2018

von Denis Rink - Allgemeine Zeitung Mainz

2015 zeigte Leonard Stolz gegen Doggenburg eine starke Leistung. Archivfoto: hbz/Henkel

Das letzte Mal war 2015. Und es war richtig knapp. 4:5 unterlag der TSC Mainz dem TC Doggenburg und verpasste den Sprung in die Tennis-Regionalliga. Markus Scherer knickte damals auf dem M-Platz bei einem Sprint an die Grundlinie um und zog sich einen Bänderriss zu. Scherer und Partner Joel Rizzi mussten ihr Doppel aufgeben. Eine überraschend überragende Saison endete damals mit einem 4:5. Das Aufstiegsspiel gegen den Württemberg-Meister war eher die Belohnung für eine starke Runde. Da der Aufstieg kein Muss war, ließ sich die Niederlage letztlich verschmerzen.

Am Samstag wartet der TA SV Leingarten

Das sieht in diesem Jahr anders aus. Spieler wie Joel und Niko Rizzi sind erfahrener und gefestigter, das Team ist durch Neuzugänge wie Martin Olszowy und Fabian Guzik sowie Youngster Mika Lipp deutlich breiter aufgestellt. Deshalb drängen die Mainzer am Samstag um 13 Uhr beim TA SV Leingarten in die Regionalliga.

Joel und Niko Rizzi oder Markus Scherer werden ihren Teamkollegen bestimmt schon erzählt haben, wie reizvoll es ist, in der dritthöchsten Spielklasse aufzuschlagen. Denn 2010 feierte der TSC schon einmal den Aufstieg – allerdings erst im Nachsitzen. Thomas Dupré, Dean Jackson, Benedict Halbroth, Patrick Besch, Martin Zimmermann und eben Joel Rizzi bestritten vor 700 Zuschauern das Aufstiegsspiel bei Eintracht Frankfurt. Jedoch mit mäßigem Erfolg. 1:5 verloren der TSC am Riederwald. „Wir sind alle wahnsinnig enttäuscht, weil wir unbedingt in die Regionalliga aufsteigen wollten“, sagte Trainer Babak Momeni damals. Wenig später ging sein Wunsch doch noch in Erfüllung. Weil die Eintracht mit dem mazedonischen Davis-Cup-Spieler Pedrag Rusevsky und dem Serben Zoltan Pelva-Gabor zwei Nicht-EU-Spieler einsetzte, was im Ligabetrieb zwar erlaubt war, aber nicht in Aufstiegsspielen, wertete Helen Spieth als Spielleiterin der Regionalliga den Eintracht-Sieg als Niederlage. Der TSC stieg auf – und im Jahr darauf nach einer verkorksten Saison wieder ab.

Zur Erinnerung: Direkt am ersten Spieltag kam es auf der TSC-Anlage zum Derby gegen den TSV Schott Mainz. Der TSV rückte damals mit vier Ausländern in der Aufstellung an und wollte dem TSC auf diese Art und Weise beim 7:2 zeigen, wer beim Tennis die Nummer eins in Mainz ist.

2007 gab es die Regionalliga dagegen noch nicht einmal. Vor elf Jahren ging es für den TSC Mainz deshalb sogar um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Auf der heimischen Anlage empfingen Matteo Volante, Fabian Stockhaus, Martin Zimmermann, Johannes Ries, Martin Christmann und Marco Lauderbach vor 300 Zuschauern den TV Ravensburg. „Wir haben mit diesem Spiel für das schönste Tennis-Event gesorgt, das Mainz seit Jahren hatte“, sagte Momeni damals. Das Aufstiegsspiel sei „das Beste“ gewesen, was den Mainzern passieren konnte. Nur eine Chance hatte der TSC nicht.

Gegen die mit sechs Profispielern angetretenen Ravensburger setzte es eine 0:6-Niederlage. Stockhaus spielte etwa gegen den amtierenden deutschen Hallenmeister Torsten Popp, bekam beim 0:6, 2:6 allerdings deutlich seine Grenzen aufgezeigt.

Nicht ein entscheidendes Aufstiegsspiel, sondern eine ganze Aufstiegsrunde wurde 1999 in Burghausen ausgetragen. Neben Burghausen und dem TSC kämpften RW Berlin und Iphitos München um den Sprung in die Bundesliga. „Alles geben und den Aufstieg anstreben“, lautete damals die Parole von Babak Momeni, der mit seinen Jungs ins Oberhaus wollte. Der TSC-Förderverein ließ sogar Martin Christmann von seiner Klassenfahrt aus Rom nach München einfliegen. Doch es sollte nicht sein. Vor 700 Zuschauern war nach den Einzelsiegen von Daniele Balducci, Julien Varlet und Björn Krenzer bei einem 3:3-Zwischenstand zwar noch alles offen, danach setzte sich Burghausen aber durch und gewann 6:3.

Der TSC Mainz und Aufstiegsspiele – das hat also Tradition. Am kommenden Samstag wird diesem Buch ein neues Kapitel hinzugefügt. Vielleicht ja mit einem Happy End.