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Herren 1: TSC Mainz kassiert im letzten Saisonspiel ihre erste Niederlage

vom 15.07.2018

von Julia Sloboda - Allgemeine Zeitung Mainz

Fabia Guzik hatte in seinem Einzel keine Chance. Der TSC-Spieler unterlag 0:6, 0:6. Foto: hbz/Harry Braun

Normalerweise sitzt Joel Rizzi auf der Bank von Markus Scherer. Es ist klar abgemacht, dass der Mannschaftsführer des TSC Mainz während der Oberligaspiele bei seinem Teamkameraden Platz nimmt. Doch an diesem Sonntag war alles anders. Rizzi saß außerhalb des Tennisplatzes. Auf der Bank saß ein Herr in feinem Zwirn, mit Hut und Sonnenbrille. Bei diesem ungewöhnlich gekleideten Betreuer handelte es sich um Felix Tripp, selbst Spieler der zweiten Mannschaft des TSC. Aufgrund „einer kleinen Wette“, wie Scherer grinsend erzählte, war Tripp in schicker Montur auf die Anlage des TSC gekommen.

„Markus regt sich immer über meine Anzüge auf. Am letzten Spieltag wollte ich mal einen draufsetzen. Und natürlich muss ich dann auch bei ihm auf der Bank sitzen“, erklärte Tripp, der bei einer Versicherung arbeitet und berufsbedingt im Anzug herumlaufen muss, die Aktion. Und die fruchtete: Markus Scherer bezwang seinen 16-jährigen Kontrahenten vom TC Rotenbühl nach zwei umkämpften Sätzen 6:4, 7:5. „Gegen Ende der Saison bin ich voll im Flow“, freute sich der 27-Jährige über seine starke Leistung. Auch wenn er zwischenzeitlich sehr mit sich gehadert hatte. „Das Gemotze gehört bei mir irgendwie dazu“, grinste er.

Scherer hatte erst am Samstag erfahren, dass er überhaupt zum Einsatz kommen würde. Weil Joel Rizzi aufgrund von Schulterbeschwerden nicht spielen konnte, rückte Scherer ins Team des bis dahin unbesiegten Oberligisten. Mit seinem Sieg im Einzel krönte Scherer eine für sich sehr erfolgreiche Saison. „Besser hätte es nicht laufen können“, sagte er, nachdem er den verwandelten Matchball mit einem lauten Jubelschrei quittiert hatte.

Weil neben Scherer auch Oscar Mesquida Berg und Mika Lipp für den TSC gepunktet hatten, ging es mit einem Unentschieden in die Doppel. Doch da machte sich das Fehlen von Joel Rizzi bemerkbar. In ungewohnter Konstellation holten die Mainzer nur ein Doppel. Nachdem Fabian Guzik und Markus Scherer nach vergebenen Matchbällen ihre Partie 12:14 im Match-Tiebreak verloren hatten, war mit dem 9:12 die erste Saisonniederlage des TSC besiegelt.

Die lag auch darin begründet, dass sich der Gegner aus Rotenbühl mit allem, was er hatte – und einer großen Anzahl Zuschauer, die mit nach Mainz gekommen waren – gegen den drohenden Abstieg wehrte. „Die sind mit drei Ausländern gekommen“, sagte Joel Rizzi. „Auch wenn ich gespielt hätte, wäre es sehr schwer geworden.“ Dass es den Rotenbühlern ernst war mit dem Klassenerhalt, war bereits unter der Woche klargeworden. Der Mannschaftsführer des Gegners hatte sogar bei Rizzi angerufen, um Informationen über die Aufstellung der Mainzer zu erfahren. Und einer der Rotenbühler Spieler, ein Klassenkamerad von Mika Lipp, hatte dem TSC-Spieler ebenfalls angekündigt, dass Rotenbühl mit einer starken Truppe kommen würde.

„Echt schade, wir hätten das Spiel gerne gewonnen“, sagte Joel Rizzi. Und fügte hinzu: „Alles halb so wild.“ Natürlich wäre es schöner gewesen, die Saison mit einer weißen Weste zu beenden. Einen Vorwurf könne er jedoch niemandem machen. „Wir haben alles gegeben. Wir sind ja nicht mit der B-Truppe angetreten“, sagte Rizzi. Auch deshalb war die Laune nicht allzu getrübt bei den Mainzern, die sich nach dem WM-Finale dann auf ihre eigene Saisonabschlussfeier konzentrierten. Da durfte natürlich auch Felix Tripp nicht fehlen. Der war dem Anlass entsprechend ja auch schon festlich gekleidet.

Ergebnisse: Mesquida Berg – Kanar 6:1, 6:1; Guzik – Vibert 0:6, 0:6; Olszowy – Hartzheim 3:6, 2:6; N. Rizzi – Pfaff 0:6, 4:6; Scherer – Rodesch 6:4, 7:5; Lipp – Schommer 4:6, 6:4, 10:6; Mesquida Berg/N. Rizzi – Kanar/Vibert 1:6, 0:6; Guzik/Scherer – Hartzheim/Rodesch 6:1, 3:6, 12:14; Olszowy/Lipp – Pfaff/Kracht 5:7, 6:4, 10:5.