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Joel Rizzi und Mika Lipp: erfolgreiches Trainer-/Spielergespann des TSC Mainz

vom 14.07.2018

von Julia Sloboda - Allgemeine Zeitung Mainz

Joel Rizzi (recht) und Mika Lipp verbringen viel Zeit auf dem Trainingsplatz zusammen. Foto: hbz/Jörg Henkel

Joel Rizzi erinnert sich noch genau an den Tag, als er Mika Lipp zum ersten Mal traf. Babak Momeni, der Cheftrainer des TSC Mainz, hatte den Zehnjährigen zum Probetraining nach Weisenau eingeladen, Rizzi war ebenfalls dabei. „Wir haben uns schon in der ersten Stunde sehr gut verstanden“, erinnert sich der Oberliga-Tennisspieler. Was mit einer Probestunde anfing, hat sich mittlerweile zu einer sehr intensiven, aber auch erfolgreichen Beziehung entwickelt. Mittlerweile ist Joel Rizzi quasi alleine für das große TSC-Talent zuständig und begleitet den 14-Jährigen auch zu Turnieren. Nur Freitagsabends und sonntags ändert sich das Verhältnis der beiden: Dann sind Joel Rizzi und Mika Lipp nicht mehr Trainer und Spieler, sondern Mannschaftskollegen. Freitags trifft sich das Herrenteam des TSC zum gemeinsamen Training, seit einem Jahr nimmt auch Lipp daran teil. Und sonntags stehen die gemeinsamen Medenspiele an.

„Wir sind gute Freunde“, beschreibt Joel Rizzi das Verhältnis der beiden Tennisspieler. Doch auch der 26-Jährige muss zugeben, dass es an manchen Tagen anders ist, als an anderen. Bevor Mika Lipp zum ersten Mal ins Herrentraining des TSC ging, machte Rizzi eine Ansage: „Ich habe ihm gesagt, dass ich da nicht sein Trainer, sondern sein Mannschaftskollege bin. Dass ich selber spielen möchte und er eben mitspielt“, erklärt der Sportstudent. Eine Erkenntnis, die er und sein Bruder Niko – ebenfalls Trainer beim TSC – erst nach und nach lernen mussten. „Wir können in unserem eigenen Training nicht den Trainer machen. Wir müssen uns ja auch mal auf uns konzentrieren.“ Das gleiche gelte für die Medenspiele. „Wenn ich mal gucken kann, versuche ich zu helfen“, sagt Joel Rizzi. Doch Mika Lipp sei keiner, der bei seinen Matches eine permanente Betreuung brauche.

Bis zu 14 Stunden pro Woche verbringen die beiden miteinander auf dem Trainingsplatz. „Unfassbar viel Zeit“, lacht Joel Rizzi. Wenn da die Chemie nicht stimme, könne es nicht funktionieren. „Wir verstehen uns gut. Es kracht selten“, sagt Mika Lipp, der an Rizzi vor allem schätzt, dass dieser selbst ein guter Tennisspieler ist. „Ich nehme ihn mir in vielen Sachen zum Vorbild“, sagt der 14-Jährige. Und fügt hinzu: „Wir reden über alles.“

Aber eben auch viel übers Tennis. „Er soll ein Verständnis dafür kriegen, was er mit seinen Schlägen anstellt“, erklärt Joel Rizzi. Denn die Schläge seien zwar da, das Spielverständnis fehle teilweise aber – was Rizzi für einen 14-Jährigen völlig normal findet. Es ist an ihm, die Zusammenhänge zu erklären und Lipp besser zu machen. „Er kann es wirklich weit packen“, glaubt der TSC-Trainer. Und auch er selbst sei für alles offen, was die weitere Zusammenarbeit betrifft. Bald wird der 26-Jährige sein Masterstudium beenden und danach weiter in Mainz bleiben.

Bevor Rizzi und Lipp wieder als Trainer und Schützling die Turnierszene aufmischen, stehen sie an diesem Sonntag noch mal als Mitspieler auf dem Platz. Ab 10 Uhr ist der TC Rotenbühl zum letzten Oberligaspiel der Saison am Ebersheimer Weg zu Gast. Die Mainzer haben den Titel bereits sicher, wollen aber ungeschlagen die Meisterfeier bestreiten, bevor am 4. August die Aufstiegsrunde zur Regionalliga gespielt wird.

In der ersten Oberligasaison kein Einzel verloren

Für Lipp war es die erste Saison, die er fest in der ersten Mannschaft gespielt hat. „Deswegen hatte ich auch vorher nicht wirklich einen Plan“, erzählt er. Doch die Medenrunde sei gut verlaufen – der 14-Jährige verlor keines seiner Einzel. „Er ist cool und anständig. Wir haben ihn gerne im Team aufgenommen“, sagt Joel Rizzi. Zumal sich Lipp von seinen Teamkollegen auch viel abschauen könne. „Es tut ihm gut, dass er so eine Mannschaft hat.“

Wenn besagte Mannschaft am Sonntag auseinandergeht, ist es wieder an Joel Rizzi, als Trainer von Mika Lipp das Beste aus dem 14-Jährigen herauszuholen. Mit spielen, loben und viel reden. „Manchmal muss ich auch eine Ansage machen und ernster werden“, lächelt der 26-Jährige. „Das mögen Jungs in dem Alter zwar nicht so gern, aber das muss er lernen.“ Wie praktisch, wenn der Lehrer gleichzeitig ein guter Freund ist.