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Sinja Kraus vom TSC Mainz feiert Rasenpremiere in Wimbledon

vom 05.07.2018

von Julia Sloboda - Allgemeine Zeitung Mainz

Erfolgreiches Duo: Von diesem Donnerstag an versucht sich Sinja Kraus in der Qualifikation von Wimbledon. Mit ihrem Trainer Babak Momeni übte sie das Spiel auf Rasen zuletzt in Paderborn: Foto: hbz/Jörg Henkel

Wie es sich anfühlt, bei einem Grand-Slam-Turnier dabei zu sein, das weiß Sinja Kraus bereits. Immerhin nahm die Tennisspielerin des TSC Mainz Anfang Juni an der Junioren-Version der French Open teil. Dort scheiterte sie allerdings in der Qualifikation. Von diesem Donnerstag an versucht sich die 16-Jährige beim nächsten Grand Slam in Wimbledon. Das wohl traditionellste der vier großen Tennis-Turniere steht für weit mehr als Champagner und Erdbeeren. Die Spieler müssen sich auf ganz besondere Herausforderungen einstellen. Das gilt bereits für die Qualifikation, die – analog zu den French Open – nicht auf der eigentlichen Anlage stattfindet, sondern rund eine Viertelstunde Autofahrt entfernt.

Für Sinja Kraus ist es das erste Mal in ihrer Tenniskarriere, dass sie auf Rasen ran muss. Problem hierbei: In Mainz und Umgebung gibt es keine Rasenplätze, auf denen Tennis gespielt wird. Also mussten Alternativen her: Am Montag und Dienstag fuhren Kraus und TSC-Chefcoach Babak Momeni extra nach Paderborn, um dort auf Rasen zu trainieren. Insgesamt vier Stunden wurde das ungewohnte Terrain getestet. „Es war ganz gut“, lächelt die 16-jährige Zweitliga-Spielerin. Und fügt hinzu: „Aber auch total ungewohnt.“

Dass es etwas komplett anderes ist, auf Rasen zu spielen, weiß auch Babak Momeni. Der TSC-Cheftrainer nahm selbst zu seiner aktiven Zeit an Rasenturnieren teil. Ihm ist vor allem in Erinnerung geblieben, dass der grüne Untergrund jedes Mal anders ist. Und teilweise auch von der Qualität her richtig schlecht. Das gelte allerdings nicht für den Rasen in Wimbledon. Die technische Umstellung erklärt Momeni so: „Man muss mehr schubsen und drücken.“

Umstellen muss man sich nicht nur beim eigenen Schlag-Repertoire. „Die Bälle rutschen ganz anders weg“, erzählt Sinja Kraus. Deshalb sei es ratsam, „ganz tief in den Knien zu stehen“. Ein weiteres Problem: „Die Bälle verspringen total viel.“

 

 

 

Umso besser, dass Kraus mit Momeni ein Trainer mit Rasenerfahrung zur Seite steht. Der nervte seine Spielerin bei den Einheiten in Paderborn mit unermüdlichen Slice-Bällen – auf dem rutschigen Untergrund in jedem Fall ein Mittel der Wahl. Doch Kraus weiß auch, dass es keinen Sinn macht, „sein komplettes Spiel jetzt umzustellen“. Schließlich ist die Rasensaison sehr kurz. „Man sollte sich nicht so viele Gedanken machen“, bleibt die 16-Jährige vor ihrer Premiere entspannt. Sie freut sich auf die rutschige Herausforderung in England. „Es ist mal was anderes und ein ganz neues Tennis. Einfach sehr, sehr schnell.“

 

Schneller, rutschiger, klassischer – so lässt sich Wimbledon zusammenfassen. Doch da ist noch eine weitere Besonderheit im Vergleich zu den anderen Grand-Slam-Turnieren: Weiße Kleidung und weiße Schuhe sind Pflicht. Und das schon in der Qualifikation. Für Kraus gar nicht so einfach umzusetzen. Die Schuhe werden ihr nach London geliefert und für die weißen Tennisklamotten musste sie etwas tiefer im Kleiderschrank wühlen. Doch dann konnte sie Entwarnung geben: „Wir haben noch ein paar Sachen gefunden.“